EUROPA Online-Lexikon
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Geschichte - Teil 1 (bis zum Mittelalter)

Die ersten Anzeichen menschlicher Besiedelung in Europa sind 1,8 Millionen Jahre alt und wurden in Georgien gefunden. Man nimmt an, dass der Mensch von Afrika aus Richtung Asien wanderte und von Asien nach Europa und Amerika (über eine damals bestehende Landbrücke) übersiedelte. Diese ersten Funde datieren wohl auf den Homo erectus (aufrechter Mensch) zurück, welcher bereits Indonesien zu dieser Zeit besiedelte. Der Home erectus bildete sich in Europa zum Homo heidelbergensis (Mensch von Heidelberg) und Neandertaler weiter. Erst vor ca. 35.000 Jahren gelangte der Homo sapiens, der moderne Mensch, nach Europa und setzte sich dort langsam durch.

Anfangs lebten diese Menschen als Nomaden in kleinen Sippen mit etwa 20 Personen. Ab 7.000 v. Chr. begann der Mensch sesshaft zu werden und legten erste feste Wohnsiedlungen an. Um 5.000 v. Chr. erschienen im Osten Völker, die bereits Ackerbau betrieben und besiedelten einige Teile des Kontinents und vermischten sich mit der bereits vorhandenen Bevölkerung. Es entstanden erste Völker wie die Kelten, Griechen, Slawen oder Germanen während dieser Zeit (Jungsteinzeit). Ab etwa 1.800 v. Chr. wurde die Bearbeitung von Bronze möglich und immer mehr Völker zogen von osten nach Europa. Um 800 v. Chr. wurde die Eisenverhüttung bekannt, wodurch der Fortschritt des Menschen nun nicht mehr zu bremsen war. Die Bearbeitung von Metall war bis zum Beginn der Neuzeit und der Erfindung von Kunststoffen einer der wichtigsten Fortschritte in der Entwicklung des Menschen.

In der Antike entwickelten sich zwei Hochkulturen. Die Griechen, welche über ein enormes mathematisches Wissen verfügten und die Römer. Die Griechen bauten die ersten Großstädte Europas und bestanden aus einzelnen Stadtstaaten. In Athen bestand bereit 400 v. Chr. ein beinahe demokratisches politisches System. Ihnen gelang es große Bauten, wie die Akropolis, zu errichten. Einige mathematische Lehrsätze der Griechen haben bis heute Gültigkeit. Das griechische Territorium umfasste nicht nur Griechenland selbst sondern auch viele Küstenregionen der Türkei oder auch Gebiete in Sizilien.

Der Legende nach wurde im Jahre 753 Rom von Romulus und Remus gegründet. Rom war die zweite Hochkultur der Antike in Europa und hatte damals, nach dem Kaiserreich China wohl das größte Zusammenhängende Reich der Welt. Rom erstreckte sich rund um das Mittelmeer, häufig dienten Flüsse wie der Rhein oder die Donau als Grenzen zum feindlichen Land. Die Macht musste sich Rom damals erst hart erkämpfen, jedoch stand nach dem Besiegen Karthagos im 3. Jahrhundert vor Christus keine große Macht mehr der Ausbreitung des Römischen Reichs im Weg. Lediglich an den Germanen bissen die geübten Kämpfer sich die Zähne aus und griffen Germanien nach einer vernichtenden Niederlage im Teutoburger Wald diese nicht mehr an. Diese und andere slawische Völker wanderten im 5. Jahrhundert im Zuge der Völkerwanderungen nach Italien, wodurch das damals geteilte weströmische Reich unterging.

Im Mittelalter verkümmerte jedoch die städtische Kultur der Römer und die Menschen zogen sich wieder in ihre ländlichen Kommunen zurück. In der Entwicklung Europas kann man sicherlich von einem Rückschritt sprechen, da viele Techniken und auch viel Wissen nach dem Untergang des Römischen Reiches verloren gingen. Im Jahre 800 wurde Karl der Große zum Kaiser des Frankenreichs gekrönt und von nun an gab es wieder eine staatliche Ordnung. Sein Reich umfasste große Teile Italiens, Mitteleuropa und Frankreich. Das Mittelalter war ab 1095 noch geprägt von den Glaubenskriegen, die Europa gegen die „Ungläubigen“ Muslime in Jerusalem führte. Der Papst rief einst zum ersten dieser sogenannten Kreuzzüge auf, am Ende wurden es sieben, in welchen sehr viel Blut vergossen wurde. Die größte Katastrophe im Mittelalter waren die Pest-Epidemien von 1346 bis 1352. Vermutlich ein Drittel der europäischen Bevölkerung viel der Pest, auf Grund schlechter Hygiene, zum Opfer.