Der Euro
Seit 1. Januar 2002 verfügen viele europäische Staaten über eine einheitliche Währung, dem Euro. Dieser wurde bereits am 1. Januar als Buchgeld eingeführt, diente damals jedoch noch nicht als Zahlungsmittel im öffentlichen Leben. Der Euro ist die offizielle Währung der Europäischen Währungsunion (kurz: EWWU) und ist derzeit in 22 Staaten Zahlungsmittel und mit dem US-Dollar wohl die wichtigste Währung der Welt.
Bereits am 1. Juli 1990 begann die Währungsunion mit der Herstellung eines freien Kapitalverkehrs in den EU-Staaten. Am 1. Januar 1994 wurde schließlich der Vorläufer für die Europäische Zentralbank (kurz: EZB), das Europäische Währungsinstitut, gegründet und fortan an einer Einführung einer einheitlichen Währung gearbeitet. Am 16. Dezember 1995 legte dann der Europäische Rat in Madrid einen Namen für die neue Währung fest: Euro. Dieser Name war anfangs keinesfalls unumstritten, so waren im Rennen beispielsweise auch die Namen „europäischer Franken“, „europäische Krone“ oder auch „europäischer Gulden“. Der Name „Euro“ wurde zum ersten mal vom deutschen Finanzminister Theodor Waigel ins Gespräch gebracht. Ab dem 2. Januar 1999, nach der Einführung des Euros als Buchgeld, wurden alle Aktien in Euro notiert.
Ab September 2001 konnte man sich sogenannte „Starterkits“ kaufen, in denen 20 Münzen im Wert von 10,23 Euro (oder 20 Deutsche Mark) waren. Man kann vergessene DM-Scheine und DM-Münzen auch heute noch bei der Deutschen Bundesbank umtauschen, jedoch befinden sich immer noch Münzen und Banknoten im Wert von rund 7 Milliarden Euro im Umlauf. Der Euro ist die fünfte Währung in der Geschichte Deutschlands ab Reichsgründung 1871.
Anfänglich waren folgende Länder beteiligt: Andorra (prägt selbst keine Münzen), Belgien, Deutschland, Frankreich, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Monaco, Niederlande, Österreich, Portugal, San Marino, Spanien, Vatikanstadt. Später kamen noch die Länder Slowenien (2007), Malta (2008), Zypern (2008) und die Slowakei (2009) hinzu. Desweiteren haben der Kosovo und Montenegro den Euro als offizielles Zahlungsmittel, obwohl sie keine eigenen Münzen emittieren. In den nächste Jahren werden wohl Polen, Tschechien und die baltischen Staaten eine Einführung des Euros als offizielle Währung anstreben. Jedoch kann auch außerhalb Europa während Reiseaufenthalten oft mit Euro bezahlt werden (wie zum Beispiel in der Karibik oder in der Türkei), da der Euro dort als sichere und wertbeständige Währung angesehen werden.
Ein Euro ist 1,95583 Deutsche Mark, 13,7603 Österreichische Schilling oder auch 1936,27 Italienische Lire wert. Alle Länder haben auf ihren Euro-Münzen eine einheitliche Vorderseite mit dem angegebenen Wert der Münze und eine Rückseite mit beliebigen Motiven. In Deutschland befindet sich beispielsweise Eichenblätter auf den 1- ,2- und 5- Cent-Stücken, die 1- und 2- Euro Münze zeigt anfangs einem Adler. Mittlerweile werden diese Motive jährlich ausgetauscht und jedes Jahr erscheine Wahrzeichen einzelner Bundesländer. So erschien 2008 beispielsweise der Hamburger Michel auf den Euro-Münzen, 2011 erscheint der Kölner Dom und 2012 wird es eine Prägung mit dem Schloss Neuschwanstein geben. Desweiteren gibt es in Nahezu allen Euro-Ländern Gedenkmünzen.
Das Eurozeichen wurde eher per Zufall gefunden und 1997 eingeführt. Da kaum eine Währung ein Zeichen Hat sah man anfangs auch keinen Grund dafür ein Logo zu entwerfen.
Mittlerweile sind mehr als 600 Milliarden Euro als Bargeld im Umlauf.